Grüezi
In der letzten Ausgabe ist mir ein Fehler in der Rubik «Recht» unterlaufen. Zum Glück habe ich viele aufmerksame Leser und so wiederhole ich den Beitrag heute ohne Fehler.
Mein Lapsus hat mich zum heutigen Hauptthema inspiriert: Fehlerkultur! Steht bei Fehlern der Schuldige im Zentrum oder die Verbesserung?
Ihr Willy Knüsel
Lesen Sie heute:
Sprüche der Woche:
Wenn wir keine Fehler machen, heisst das, dass wir nicht genügend neue Dinge ausprobieren.
Phil Knight, Gründer Nike
Alle Fehler, die man hat, sind verzeihlicher als die Mittel, welche man anwendet, um sie zu verbergen.
François de La Rochefoucauld, frz. Schriftsteller
Einen Fehler machen und ihn nicht korrigieren - das erst heisst wirklich einen Fehler machen.
Konfuzius
Ein Fehler, der abgestritten wird, wird zweimal begangen.
Aus Spanien
Fehler vermeidet man, indem man Erfahrung sammelt. Erfahrung sammelt man, indem man Fehler macht.
Laurence Johnston Peter, amerik. Managementberater
Leute, die Fehler machen und zu ihnen stehen, wirken authentischer.
Stéphane Etrillard, Unternehmensberater
Eine Dame kommt in Trauerkleidung in die Buchhandlung. Sie hält das Buch "Die Pilze unserer Heimat" in den Händen. Der Buchhändler drückt ihr ergriffen die Hand: "Herzliches Beileid, gnädige Frau. Der Verlag hat den Druckfehler inzwischen berichtigt!"
unbekannt
Cartoon der Woche:
Hauptthema: Wie Sie mit Fehlern souverän umgehen
Der amerikanische Stahlmagnat Andrew Carnegie (1835-1919) soll zu einem Mitarbeiter, der einen sehr teuren Fehler begannen hatte und die Kündigung erwartete, gesagt haben: «Warum sollte ich Sie entlassen, ich habe doch gerade 1 Million Dollar in Ihre Ausbildung investiert».
Fehler sind menschlich und geschehen. Daran ändern auch tausend Optimierungen nichts. Natürlich versuchen wir immer, fehlerlos zu arbeiten und das ist auch gut so. Doch dürfen wir deshalb nicht so tun als gäbe es keine Fehler.
Wie Sie mit Fehlern umgehen und in Ihrem Unternehmen vor allem eine positive Fehlerkultur etablieren, erfahren Sie in den folgenden Tipps:
Stehen Sie zu Ihren Fehlern
Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr Handeln. Viele Chefs machen für alles, was schief läuft, die schlechte Wirtschaftslage, die Lieferanten oder sonst irgendwen verantwortlich. Schieben Sie Misserfolge nicht auf andere ab. Erstens beweisen Sie so Rückgrat und zweitens sind Sie Ihren Mitarbeitern ein Vorbild. Sie senden die Botschaft: Jeder macht Fehler. So werden Ihre Mitarbeiter sich nicht scheuen, Fehler einzugestehen. Und das ist um ein Vielfaches besser, als vertuschte Fehler mitzuschleppen.
Motivieren Sie auch Ihre Mitarbeiter, Fehler bekannt zu machen. Sagen Sie Ihnen, dass Fehler nicht den Kopf kosten, sondern dass Fehler sogar nützlich sein können, wenn alle davon lernen.
Sprechen Sie Fehler sofort an
Erfolgreiche Chefs halten sich an diesen Grundsatz: Sprechen Sie Fehler sofort konstruktiv an und nicht erst Tage oder Wochen danach, wenn niemand mehr weiss was genau passiert ist.
Ganz besonders schädlich ist es, eine ganze Fehler-Sammlung auf den Mitarbeiter niederprasseln zu lassen, nachdem Ihnen wieder einmal der Kragen geplatzt ist.
Wie Fehler ansprechen
Aus einem Gespräch über Fehler darf der Mitarbeiter nicht beschädigt herausgehen. Der Vorgesetzte sollte also nicht so einsteigen: „Sie haben einen Fehler gemacht ...“, sondern möglichst positiv formulieren. Beispiel: „Ich brauche Ihre Hilfe für die Lösung unseres Problems ...“ Der Chef sollte sich genügend Zeit nehmen und ruhig mit dem Mitarbeiter sprechen. Gerade wenn noch andere Mitarbeiter dabei sind, muss der Chef signalisieren, dass es nicht um eine Abrechnung geht, sondern um Schadensbegrenzung.
Suchen Sie primär Lösungen. Stellen Sie nicht den Schaden ins Zentrum des Gesprächs, sondern dessen Minimierung. Kann verhindert werden, dass sich der Fehler wiederholt?
Untersuchen Sie die Umstände. Ein Fehler entsteht nicht einfach so. Fragen Sie, wie es dazu kommen konnte. Meist gibt es eine Reihe von Ursachen, die Sie abstellen können.
Zusammenfassung:
- Verhindern Sie ein Klima der Angst in Ihrer Firma. Fördern Sie eine Kultur der Offenheit. Sagen Sie: „Ohne Risiko kein Gewinn!“
- Sprechen Sie Fehler – auch eigene – offen an, und motivieren Sie alle Mitarbeiter, bei der Fehlerbekämpfung mitzumachen.
- Fordern Sie Denunzianten dazu auf, den Kollegen zu helfen, die einen Fehler gemacht haben. Moderieren Sie, falls nötig, diese Gespräche.
- Beheben Sie Fehler schnellstmöglich, und halten Sie zum Abschluss fest, was alle aus dem Fehler lernen können und wie man ihn künftig vermeidet.
- Fragen Sie: Was waren die Ursachen? Gibt es ein strukturelles oder organisatorisches Problem, das wir lösen müssen?
Texte doppelt gliedern: inhaltlich und visuell
Beginnen Sie mit dem Generellen, und gehen Sie danach schrittweise in die Details. Mit dem Tipp von letzter Woche ist das Thema der inhaltlichen Gliederung angeschnitten: Womit beginne ich, womit höre ich auf, welches ist der rote Faden und gibt es allenfalls ein Höhepunkt dazwischen? Sammeln Sie zuerst die Inhalte und gliedern Sie sie Gerade bei Reden ist es extrem wichtig, sich zuallererst zu überlegen, womit Sie einsteigen und womit Sie aufhören. Denn diese beiden Teile Ihres Referats werden den Leuten – falls überhaupt – in Erinnerung bleiben. Sehr oft erlebe ich in Rhetoriktrainings, dass gerade der Schlusssatz oft vergessen wird. Stocken und gemurmelte Sätze wie: «Ja, das wär's eigentlich von meiner Seite.» sind die Folge.
Kein überzeugender Abgang, nicht wahr? Viel wichtiger wäre, noch einmal die zentrale Aussage in Erinnerung zu rufen (die gezielte Redundanz – vgl. Newsletter 07/36).
Auch für geschriebene Dokumente gilt: Ein logischer Aufbau erhöht die Wahrscheinlichkeit, verstanden zu werden. Das bedeutet: Werden Sie sich bewusst, was Sie alles sagen möchten, bevor Sie zu schreiben beginnen (und kürzen Sie im Zweifelsfall, bevor Sie mit dem Formulieren loslegen).
Gliedern Sie so, dass es für das Zielpublikum stimmt
Überlegen Sie sich zuerst die Inhalte und gliedern Sie diese zielgerichtet mittels Mind-Map, Pinwand oder handschriftlichen Notizen. Je nach Art Ihres Dokumentes wird die Gliederung anders ausfallen: Während Sie in einem Schreiben an Ihre Kund/innen eher zuerst Ihr Unternehmen und seine Dienstleistungen in Erinnerung rufen, bevor Sie das neue Angebot anpreisen, muss in einer Medienmitteilung zwingend zuerst die Neuigkeit stehen. Bei einem Artikel in einer Fachzeitschrift werden Sie vermutlich zuerst eine unangenehme Situation schildern, welche die Lesenden aus ihrem Alltag kennen, bevor Sie Ihre extra hierfür entwickelte Lösung anpreisen.
Wichtig ist, dass Sie sich zuerst klar werden,
- was Sie sagen wollen
- wem Sie es sagen wollen und welche Vorkenntnissen diese Leute bereits besitzen
Danach können Sie beginnen, Ihr Referat / Ihren Brief / Ihre Medienmitteilung / Ihren Artikel zu formulieren.
Geschriebene Texte lassen sich auch optisch gliedern
Zur inhaltlichen Gliederung (auch innere Gliederung genannt) kommt bei schriftlichen Texten die visuelle (oder äussere) Gliederung: Durch gezielten Einsatz verschiedener Gestaltungselemente wie Titel, Zwischentitel, Lead, Kasten oder Bildlegende können Sie Ihren Text noch attraktiver gestalten. So, dass das Zielpublikum neugierig einsteigt und dranbleibt. Mehr dazu in den Newslettern der nächsten Wochen.
Englisch-Tipps für deutsch Sprechende
Mit der nachfolgenden Übung können Sie typisch deutsche Englischfehler
verlernen. Also was ist hier falsch? Die Antworten finden sie am
Schluss.
1. |
The ideas of the men are good, but this is not the kind of problem that can be solved by a committee. |
2. |
When you don’t want to catch a cold you must dress more warmly. |
3. |
He had right to say no to that request because it was unfair. |
4. |
The lady had an apartment on Fifth Avenue. Her maid had an apartment that was on Third Avenue. |
5. |
The woman told her lawyer that she had proof that her husband had run away with another woman three months ago. |
6. |
He did not get the reply on the day he needed it because the mail hat not come on time. |
7. |
It would be a very good idea for all of us to teach each other. |
Outlook: Vorschlagliste bei E-Mail-Adresse
Die Auto-Vervollständigungs-Funktion für E-Mail-Adressen steht seit Outlook 2002/XP zur Verfügung. Sie prüft, ob die Buchstaben, die Sie in die Felder AN, CC oder auch BCC eingeben, vorher schon einmal für eine E-Mail-Adresse verwendet worden sind. Ist dies der Fall, vervollständigt Outlook die Adresse automatisch oder, wenn die bislang eingegebenen Buchstaben noch keine eindeutige Zuordnung erlauben, erhalten Sie eine kleine Auswahlliste mit den möglichen Treffern. Diese Vorschläge stammen aber nicht aus den Adressverzeichnissen, sondern aus einem Speicher, den Outlook autonom anlegt.
Falls Sie mit Outlook 2002 oder 2003 arbeiten und feststellen, dass die Auto-Vervollständigungs-Funktion nicht angeboten wird, überprüfen Sie die entsprechende Programmeinstellung. Wählen Sie:
Extras / Optionen und klicken Sie auf der Registerkarte Einstellungen auf die Schaltfläche E-Mail-Optionen. Danach auf Erweiterte E-Mail-Optionen. Im nachfolgenden Dialog muss das Kontrollkästchen «Beim Ausfüllen der Adressfelder ähnliche Namen vorschlagen» aktiviert sein.
Darüber hinaus gibt es in allen Outlook-Versionen die Möglichkeit, Adressen nachzuschlagen, sobald Sie die ersten Buchstaben einer E-Mail-Adresse oder eines Namens in die Felder AN, CC oder BCC eingegeben haben. Dazu drücken Sie in Outlook die Tastenkombination Ctrl + K. Daraufhin öffnet sich ein Dialogfenster mit entsprechenden Vorschlägen aus den verfügbaren Adressbüchern. Sie brauchen dann nur noch die gewünschte Auswahl zu treffen. Die Tastenkombination ist übrigens ein Kürzel für die Funktion im Menü Namen überprüfen
Recht: Krank während der Kündigungsfrist
(Korrektur des Beitrags von letzter Woche)
Ist ein Arbeitnehmer während der Kündigungsfrist krank, so verlängert sich die Kündigungsfrist um die Dauer der Krankheitsabsenz, sofern der Arbeitgeber gekündigt hat.
Fällt der Kündigungstermin auf den letzten Tag eines Monats so verlängert sich das Arbeitsverhältnis zum Beispiel bei 10 Tagen Krankheit um einen Monat oder bei 40 Tagen Krankheit um 2 Monate usw.
Achtung! Die Kündigung wir nur unterbrochen, wenn der Arbeitgeber kündigt. Hat der Arbeitnehmer gekündigt, dann läuft sie einfach weiter.
AufgeLesen: Motivation
Der Cellist Gregor Piatigorsky erzählt über sein erstes Zusammentreffen mit Casals Folgendes:
Casals forderte mich auf, mit Rudolf Serkin eine Beethovensonate zu spielen. Wir waren aufgeregt und pfuschten, und Casals rief immer wieder «Wundervoll!» und «Grossartig!». Am Schluss umarmte er mich, und ich grübelte tagelang, warum er, der doch jeden Fehler gehört haben musste, so begeistert tat.
Einige Jahre später traf ich ihn in Paris wieder. Da fasste ich mir ein Herz und gestand ihm meinen Zweifel an der Aufrichtigkeit seines Lobes. Casals griff zu seinem Instrument und spielte einige Takte aus jener Sonate. «Haben Sie diese Stelle nicht mit jenem Fingersatz gespielt? Und das hier: Mit Aufstrich, nicht wahr?» Ich bejahte. «Sehen Sie», sprach Casals. «Das war wunderbar, und ich bin Ihnen heute noch dankbar dafür – die Fehler zu zählen, können Sie den Dummen überlassen.»
Diese Geschichte sagt das Wichtigste aus, was zum Thema «Motivation» zu sagen ist: Das Gute, das Gelungene, die Erfolge zu bemerken, anzuerkennen, das lässt den anderen mit Freude weiterarbeiten und nicht unsicher werden.
Rätsel: Wichtiges Organ
Metalle werden aus mir gewonnen und setze ich einen Buchstaben voran, so bin ich eines der wichtigsten inneren Organe deines Körpers.
Lösung: Kein Hundejunge
Das erste ist ein Hund, das zweite ein Junge, das Ganze aber kein Hundejunge, sondern etwas Schlimmeres.
Spitzbube
Lösungen Englisch-Tipps
1. |
The men’s ideas are good, but this is not the kind of problem that can be solved by a committee. |
Diese Form des Genitivs im Englischen muss man sich merken (The people’s ideas). |
2. |
If you don’t want to catch a cold you must dress more warmly. |
Sehr oft wird «when» mit «if» verwechselt. «When» meint aber immer eine Zeit, «if» eine Bedingung. |
3. |
He was right to say no to that request because it was unfair. |
Die Wendung «man hat Recht» darf nicht wörtlich übersetzt werden; im Englischen heisst es «man ist (im) Recht». |
4. |
The lady had an apartment on Fifth Avenue. Her maid had an apartment that was on Third Avenue. |
Difficult correct sentence. Im Englischen neigt man dazu, alle Verben in die gleiche Zeit zu setzen. Das ist guter Stil. Niemand würde auf den Gedanken kommen, dass etwas in der Gegenwart nicht weiter besteht, nur weil es in der Vergangenheitsform ausgedrückt wird. |
5. |
The woman told her lawyer that she had proof that her husband had run away with another woman three months before. |
«ago» wird in der direkten Rede verwendet, «before» meistens bei Vergangenheitsformen und in Verbindung mit der indirekten Rede.
|
6. |
He did not get the reply on the day he needed it because the mail hat not come on time. |
Difficult correct sentence. On time = pünktlich «In time» wird nur verwendet, wenn man damit ausdrücken will, dass man rechtzeitig ist, um etwas zu erreichen. |
7. |
It would be a very good idea for all of us to teach one another. |
«each other» wird verwendet, wenn es sich um zwei Personen handelt. «one another» gebraucht man, wenn mehr als zwei Personen betroffen sind. |
Knüsel Management AG, Bielstrasse 44, CH-4500
Solothurn Telefon: 032 622 56 56 / E-Mail: info@mehrleisten.ch
Besuchen Sie www.mehrleisten.ch |