Grüezi
Die Unfähigkeit, „Nein“ zu sagen und Versprechungen, gehören zu den
grössten Zeitdieben im Arbeitsalltag. Da können Sie noch so viel planen,
sich noch so viel vornehmen – Ihre Planung wird hinfällig, wenn Sie nicht
„Nein“ sagen können. Wer sich immer und sofort um die Anliegen und
Bedürfnisse anderer kümmert, weil er niemanden enttäuschen will, kommt
nicht mehr zu seinen eigenen Arbeiten und schadet sich und letztendlich
auch der eigenen Firma. Aber sehen wir es positiv: Wenn Sie Probleme
mit dem „Nein“ sagen haben, besitzen Sie eine grosse, bisher ungenutzte
Zeitreserve. Zapfen Sie diese an und versuchen Sie, unsere Tipps im
Hauptartikel in die Tat umzusetzen.
Ihr
Willy Knüsel
Lesen Sie heute:
Sprüche der Woche:
„Versprechen Sie wenig, aber halten Sie Ihre Versprechungen, denn
Versprechungen machen uns schuldig.“ Herbert Cassons, Gründer der
Efficiency Bewegung
„Diplomatie meint die Fähigkeit, auf so taktvolle Weise nein zu sagen,
dass alle Welt glaubt, man hätte ja gesagt.“ Robert Anthony Eden,
britischer Politiker (1897 - 1977)
„Die Fähigkeit, "Nein" zu sagen, ist die Geburt der Individualität.“
René Arpad Spitz (1887-1974), österreichischer Psychoanalytiker
Cartoon der Woche:
Gewinnen Sie Zeit, indem Sie öfter mal „Nein“
sagen
Fällt es Ihnen schwer „Nein“ zu sagen, auch dann, wenn Sie unter
Zeitdruck stehen? Fühlen Sie sich ab und zu ausgenützt, wenn Sie eine
unangenehme Arbeit ausführen müssen, die nicht einmal in Ihren
Aufgabenbereich fällt? Werden Ihnen oft unter dem Deckmantel der
Dringlichkeit Aufgaben aufgebürdet, die sich im Nachhinein als gar nicht
so wichtig herausstellen? Falls einige dieser Aussagen zutreffen,
sollten Sie öfter mal „Nein“ sagen. Befolgen Sie die nachfolgenden Tipps
und es wird Ihnen leichter fallen, „Nein“ zu sagen: Oft sagen wir
vorschnell „Ja“ zu einer Arbeit, weil wir uns schlicht und einfach
überrumpeln lassen. Anliegen und Bitten werden ja meist ganz schnell mal
zwischendurch an uns herangetragen und bevor wir uns versehen, haben wir
zu etwas „Ja“ gesagt, das uns dann Stunden kostet. Strategie: Antworten
Sie nie sofort! Verlangen Sie Bedenkzeit! Überlegen Sie Folgendes:
- Wie viel Zeit, Kraft, Energie und Lust habe ich für diese Aufgabe?
- Was muss eventuell für diese Arbeit zurückstehen oder welche
wichtigen eigenen Aufgaben leiden unter dieser neuen Aufgabe?
- Wer ist es, der mich da um einen Gefallen bittet (persönliches und
organisatorisches Verhältnis / Vergangenheit und Zukunft)?
- Ist die Aufgabe wirklich wichtig oder nur einfach dringend?
- Machen Sie sich klar, welchen Preis Sie bezahlen, wenn Sie „Ja“
sagen.
Falls Sie unsicher sind und nicht sofort entscheiden können oder
wollen, bitten Sie ruhig um Bedenkzeit. Antworten Sie zum Beispiel:
- Ich muss darüber einen Moment nachdenken. Ich komme in 10 Minuten zu
dir und gebe dir Bescheid.
- Das kann ich im Moment nicht sagen, da muss ich erst meine Termine
überprüfen. Rufen Sie doch in einer halben Stunde wieder an, dann weiss
ich mehr.
- Um das zu entscheiden, muss ich mehr wissen. Schicken Sie mir doch
einfach die Unterlagen zu, damit ich diese prüfen kann.
- Ich muss das zuerst mit X besprechen – ich rufe Sie in der nächsten
halben Stunde an.
Mit diesen Antworten gewinnen Sie Zeit, um darüber nachzudenken, ob Sie
„Ja“ oder „Nein“ sagen wollen. Und wenn Sie sich dafür entscheiden, „Nein“
zu sagen, ist die Art, wie Sie Ihr „Nein“ vortragen, wichtig. Lehnen
Sie die Aufgabe unmissverständlich, aber höflich ab. Hier einige
Beispiele, wie Sie das machen könnten:
- Schieben Sie Ihre Absage nicht auf die lange Bank.
- Zeigen Sie Interesse für das Anliegen des Anderen.
- Formulieren Sie eine eindeutige Absage und reden Sie nicht um den
Brei herum.
Schlecht: „Ich will Ihnen zuvor erläutern...“ oder
„Lassen Sie mich sagen, dass...“ Besser: „Wir haben folgendes
Problem, und zwar...“ oder „Ich kann Ihnen leider nicht helfen, aber
lassen Sie uns gemeinsam überlegen, wie wir mit dieser Aufgabe umgehen.“
- Vermeiden Sie Formulierungen, die überheblich wirken, wie:
“Sie
wissen sicher, dass...“ “Ich brauche Ihnen ja wohl nicht weiter zu
erklären, dass...
- Begründen Sie Ihre Absage. Z.B. „Es tut mir Leid, das geht heute
nicht – ich muss heute noch etwas dringend besorgen.“ Oder „– ich muss
diese Arbeit noch unbedingt heute erledigen.“
- Zeigen Sie Alternativen auf. Z.B.
„Ist nicht Herr Meier
der Experte auf diesem Gebiet?“ oder „Bis morgen Abend bin ich voll
ausgebucht, ab Donnerstag helfe ich Ihnen gerne“. Oder, falls der
Chef wieder einmal alles auf einmal will: „Diese Arbeit muss bis Ende
Woche fertig sein, entscheiden Sie, welche Aufgabe warten kann“.
Nun gibt es die Arbeitskollegen oder Chefs, die es einem oft nicht
einfach machen, „Nein“ zu sagen. Sie wenden Strategien wie Überrumpelung,
Druck, Schmeicheleien, Mitleidstour und anderes an, um ihr Anliegen
durchzubringen. Hier hilft nur eines: Erkennen Sie die Strategie und
sprechen Sie diese freundlich aber deutlich an, wie z.B.:
- Ich fühle mich im Moment überrumpelt, weil du von mir unter
Zeitdruck eine Entscheidung möchtest. Gib mir zehn Minuten und ich gebe
dir Bescheid.
- Ich kann verstehen, dass du in Schwierigkeiten kommst, wenn ich
jetzt „Nein“ sage. Ich möchte mir aber deswegen von dir keine
Schuldgefühle machen lassen.
- Ihr Lob freut mich natürlich sehr und trotzdem kann ich diese
Aufgabe heute nicht mehr erledigen.
- Du möchtest mich jetzt offenbar mit allen Mitteln dazu bringen, dass
ich "Ja" sage - tut mir wirklich leid, aber das zieht dieses Mal nicht.
- Ihnen scheint es sehr wichtig zu sein, mich umzustimmen. Aber leider
kann ich nur noch einmal wiederholen, dass es heute nicht geht.
Zusammenfassung:
- Analysieren Sie die Situation und/oder verlangen Sie Bedenkzeit.
- Machen Sie sich klar, welchen Preis Sie bezahlen, wenn Sie „Ja“
sagen.
- Erlauben Sie sich „Nein“ zu sagen.
- Lernen Sie auf sanfte Art „Nein“ zu sagen.
- Das „Nein“
begründen - Verständnis zeigen - Bedanken für das Vertrauen -
Manchmal reicht auch ein teilweises „Nein“ - Alternativen oder
Gegenangebot
Und hier haben wir noch einen spannenden Denkanstoss zum
Schluss: Grundsätzlich fällt es vielen Menschen schwer, eine Bitte oder
ein Anliegen abzulehnen. Das kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Wie
zum Beispiel: Die Angst, abgelehnt und nicht mehr gemocht zu werden oder
die Angst vor Konsequenzen oder man will nicht egoistisch oder herzlos
wirken oder die Angst, etwas zu versäumen.
Wenn Sie Klarheit haben,
was es Ihnen ganz persönlich schwer macht, „Nein“ zu sagen, dann
hilft Ihnen das, diese Ängste und Bedenken zu überwinden. Finden Sie
deshalb heraus, warum es Ihnen so schwer fällt, "Nein" zu sagen!
Englisch-Tipps für deutsch Sprechende: False friends
False friends - das sind englische Wörter, die deutschen Begriffen
ähnlich klingen, aber etwas völlig anderes bedeuten:
|
False friend |
Richtig |
Beispiel |
| Etikett |
etiquette (Benimmregeln) |
label |
He’s removed the label. |
| Fusion |
fusion (Verschmelzung) |
merger |
The merger was approved in 2004. |
| Kompagnon |
companion (Begleiter, Kamerad) |
business partner |
My business partner cheated me out of a lot of
money. |
| prinzipiell |
principally (in erster Linie) |
in principle |
I agree with the plan in principle. |
| rationell |
rational (logisch, rational) |
efficient |
Our aim is a more efficient use of resources. |
| virtuos |
virtuous (tugendhaft) |
highly skilled |
highly skilled
negotiator. |
Outlook: E-Mail an Gruppen mit anonymen Empfängern
Sie möchten gerne eine Gruppe von Kollegen, Geschäftspartner oder
Freunde über etwas informieren, z.B., dass Sie die Stelle wechseln oder
über Ihre neue Adresse. Wenn Sie nun alle Adressen in das Feld
An… schreiben, ist das problematisch, denn alle
Empfänger sehen alle Empfänger-Adressen. Sie verletzen damit die
Privatsphäre, vor allem dann, wenn sich die einzelnen Empfänger nicht
kennen. Aus diesem Dilemma befreit Sie die Funktion
Bcc… (Blind Carbon Copy). Wenn Sie ein E-Mail an
eine Gruppe senden und die Empfänger-Adressen in das Feld Bcc…
eintragen, sehen die einzelnen Mitglieder der Gruppe nur
Ihre und die eigene Adresse. Das Feld Bcc…
können Sie wie folgt aktivieren:
- Öffnen Sie ein neues E-Mail und wählen Sie das Menu Ansicht, wo Sie
die Auswahl Bcc-Feld anklicken.
- Nun erscheint im E-Mail-Formular unter Cc…
das Feld Bcc… Wenn Sie in diesem Feld einen
E-Mail-Empfänger eingeben, so bleibt dieser anonym, das heisst, die
Empfänger unter An… und
Cc… sehen nicht, dass Sie das E-Mail als Kopie
auch noch an weitere Empfänger gesendet haben.
- In der Empfängeradresse An… geben Sie nun
Ihre eigene E-Mail-Adresse ein.
- Das Feld Cc… lassen Sie leer.
- Im Feld Bcc… geben Sie alle
E-Mail-Adressen der Empfänger ein oder eine Verteilerliste.
- Senden Sie das E-Mail.
Die Zeile Bcc… wird auch in weiteren E-Mails
eingeblendet und zwar solange, bis Sie die Funktion wieder
ausschalten.
Kurs E-Mail-Management
Wie man mit E-Mails effektiv und effizient umgeht, erfahren Sie in
einem Tages-Seminar am 8. Juni 2006. Mehr darüber und noch viele andere
interessante Kurse finden Sie bei unserem Schulungspartner www.sfw.ch Forum für Weiterbildung des
Kaufmännischen Verbandes.
Recht: Fund und Fundunterschlagung
Ein Fund sollte stets der Polizei angezeigt werden oder falls sich der
Fund in einem Gebäude oder am Arbeitsplatz zugetragen hat, dem Hausherrn
oder Aufsichtspersonal ausgehändigt werden. Andernfalls läuft der Finder
Gefahr, wegen Fundunterschlagung angezeigt zu werden. Kann der
Eigentümer innerhalb von 5 Jahren nicht ausgemacht werden, so erwirbt der
Finder das Eigentum an der Fundsache. In dieser Zeit muss der Fund
angemessen aufbewahrt werden.
Kann der Eigentümer innerhalb der 5
Jahre ausgemacht werden, so kann der Finder Finderlohn beanspruchen.
Die Rubrik „Recht“ wird betreut durch die Rechtsanwälte der www.aarejura.ch
Rätsel der Woche:Teller in der Verwandtschaft
Am Mittagstisch sitzen ein Grossvater, eine Grossmutter, zwei Väter,
zwei Mütter, vier Kinder, drei Enkel, ein Bruder, zwei Schwestern, zwei
Söhne, zwei Töchter, ein Schwiegervater, eine Schwiegermutter und eine
Schwiegertochter. Wie viele Teller werden mindestens benötigt?
Lösung: Drei Töchter Als der Vater in die Küche
kommt, sind darin gerade seine 3 Töchter lautstark am Streiten, wer denn
klammheimlich das letzte Stück Nusstorte gegessen hat. Adele zeigt auf
ihre Schwester Anni und sagt: "Du warst das!" Darauf macht Anni ein
unschuldiges Gesicht und meint: "Aber nein, ich bin es nicht gewesen!"
Hilda zuckt nur die Schultern "Also ich war's ja ganz bestimmt nicht!" Der
Vater verlässt lächelnd die Küche, er hat gesehen wer es war und weiss
deshalb, dass nur eine die Wahrheit gesagt hat. Wer hat das Stück Kuchen
gegessen? Angenommen, Adele hätte den Kuchen gegessen, dann wäre Adeles
Aussage falsch, Annis und Hildas Aussage richtig. Angenommen, Anni
hätte den Kuchen gegessen, dann wäre Annis Aussage falsch, die von Adele
und Hilda hingegen richtig. Der Vater weiss, dass nur eine die Wahrheit
gesagt hat und Anni sagt als einzige die Wahrheit. Also hat Hilda den
Kuchen gegessen.
Knüsel Management AG, Bielstrasse 44, CH-4500
Solothurn Telefon: 032 621 76 33 / E-Mail: info@mehrleisten.ch
Besuchen Sie www.mehrleisten.ch |