Knüsel Training AG
Niklaus Konrad-Strasse 18
CH-4500 Solothurn
Tel: +41 (0)32 622 56 56
info@mehrleisten.ch

Vertrauen ist gut – Kontrolle ist schlechter

Mitarbeiter, die sich kontrolliert fühlen, sind deutlich weniger motiviert und leistungsbereit als solche ohne Kontrolldruck. Zu diesem Schluss muss man kommen, wenn man die folgenden zwei Beispiele liest:

Beispiel 1:
In einer amerikanischen Telekomfirma aktualisierten 12 Frauen die Telefonbücher. Die Fehlerrate lag bei 3,9 Fehlern pro 1’000 Zeilen. 9 weitere Frauen hatten die Aufgabe, die Arbeit ihrer Kolleginnen zu kontrollieren. Als die Kontrolle abgeschafft wurde und jede Dame die volle Verantwortung für ein Telefonbuch bekam, sank die Fehlerquote gegen null und 7 Arbeitskräfte konnten eingespart werden. Klar: Zuvor konnten sich die Frauen auf die Kontrolleurinnen verlassen, nun wurden sie sich bewusst, dass es allein auf sie ankam.

Beispiel 2:
Forscher der Universität Zürich und Bonn stellten bei einem Experiment mit 144 Studierenden fest, dass Kontrolle verheerende Auswirkungen auf Motivation und Leistung haben kann. Sie stellten fest, dass die Probanden deutlich mehr arbeiteten, als sie eigentlich mussten, sobald Ihnen nicht allzu streng auf die Finger geschaut wurde.

Überwachung signalisiert dem Untergebenen, dass der Vorgesetzte ihm kein Engagement zutraut und auch nicht viel von ihm erwartet. Dies löst eine Trotzreaktion aus und der Mitarbeiter ist nicht mehr bereit, mehr zu leisten.

Eine kluge Organisation vertraut auf die Fähigkeiten und die Begeisterung des Einzelnen.
Sie gibt Macht ab und spornt an, indem sie ihren Mitarbeitern Aussergewöhnliches zutraut. Ein Grundsatz, der sich in jeder Teileinheit einer Institution oder Firma durchführen lässt - auch wenn "die da oben" noch längst nicht so weit sind.

Massgebend ist immer der jeweilige Vorgesetzte oder Gruppenleiter.
Beispiel Bildungssystem: Es gibt Schulleiter, die in ihrem Haus ein vertrauensvolles Klima unter den Kollegen schaffen können (trotz der misstrauischen Erziehungsdirektion). Und es gibt Lehrer, die ihren Schülern Verantwortung übertragen können (trotz der misstrauischen Schulleitung).

Wie Sie als Führungskraft das Heft trotzdem nicht aus der Hand geben, erfahren Sie im nächsten Newsletter.

20.09.2010

Druckansicht zurück